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Handy in der Schule
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Michael Köhler



Anmeldedatum: 21.01.2004
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: Mo Apr 03, 2006 6:45 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Also Margarethe, wenn es auch Ihr Traum ist und es noch viele tausend Eltern geben würde, die auch unserer Meinung sind, dann müsste doch die Industrie darauf anspringen, weil sich hier ein neuer Markt öffnet. Interessant wäre es doch für kleinere Anbieter diese Nische zu nutzen, so wie es bereits ein Handy für Sehbehinderte gibt, entwickelt von einer kleinen Handy-Schmiede. Suchen wir also gemeinsam einen Hersteller, der für uns dieses Handy entwickelt. Ich weiß - ich bin ein Träumer, blauäugig und realitätsfremd. ASber vielleicht gibt es doch ....??????

Zur Aussage: "Seitwann interessiert sich denn die Wirtschaft für gesundheitliche und seelische Folgen ihrer Produkte. ...." ein Artikel, den ich heute im Main Echo gelesen habe. Passt "wie die Faust aufs Auge"!

Ist es harmlos, wenn Kinder am PC auf Menschen ballern?
Debatte um Computer-Killerspiele wieder aktuell: Große Koalition will sie verbieten - Industrie: Vorwürfe wissenschaftlich nicht nachweisbar.
Hamburg. Ist es harmlos, wenn Kinder am Computer auf virtuelle Menschen ballern? Die kontroverse Diskussion darüber hat neue Aktualität bekommen, seitdem bekannt ist, dass die große Koalition solche Spiele in Deutschland verbieten will.
Die Gegner eines Verbots, darunter vor allem Medienwissenschaftler und die Computer-Lobby, führen ins Feld, es sei wissenschaftlich nicht nachweisbar, dass Kinder und Jugendliche mit solchen Killerspielen reale Gewalt übten. »Was wir aber wissen, ist, dass das Spielen solcher Spiele zur Abstumpfung gegenüber realer Gewalt in der mitmenschlichen Umgebung führt und dass die eigene Gewaltbereitschaft zunimmt«, sagt hingegen der Hirnforscher Manfred Spitzer. Es werde zwar häufig argumentiert, dass Computer-Spielen im Kindesalter den geistigen Fähigkeiten förderlich seien, wie etwa der Schnelligkeit des Denkens. Dazu gebe es aber nur eine einzige Untersuchung, sagte Spitzer, Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm und Fachbuch-Autor.
Auf jeden Fall üben Gewaltspiele eine für Erwachsene häufig kaum nachvollziehbare Faszination auf Kinder aus. »So genannte Ego-Shooter sind unter anderem deshalb so beliebt, weil sie von allen Computerspielen das banalste Spielprinzip innehaben. Viele Kinder und Jugendliche, die den ganzen Tag mit solchen Spielen verbringen, haben weder die Geduld noch die Fähigkeit, einem komplexen Spielprinzip zu folgen«, sagte der Leiter eines Büros für Kindermedien in Berlin, Thomas Feibel. Der Buch-Autor ist der Meinung: »Es gibt jede Menge brutaler und zynischer Computerspiele, die absolut nichts in den Händen von Kindern und Jugendlichen zu suchen haben. Da helfen nur harsche Verbote.«
Die Motivationspsychologen Rita Stecke! und Clemens Trudewind von der Universität Bochum zogen aus einer Studie mit 280 Schulkindern die praktische Konsequenz, Eltern sollten »mit den Kindern über die Spiele reden und Werte bezüglich Gewalt vermitteln, die sie gegebenenfalls auch mit Verboten durchsetzen sollten«. Der Magdeburger Informatik-Professor Maic Masuch gibt zum Thema »Killer-Spiele« dagegen zu bedenken, die Debatte gehe an der Wirklichkeit vorbei. Seiner Meinung nach werden Computerspiele zu einem ganz natürlichen Bestandteil der Kultur. »Das wird ähnlich sein wie im Film: Wenn wir uns heute Stummfilme ansehen, schmunzeln wir über die Bildsprache und darüber, dass die Leute aus dem Kino gerannt sind, als der erste Zug auf sie zu kam«, sagte Masuch. An der Universität Ilmenau wurde bereits die erste Professur für Computerspiele ausgeschrieben.
Rudolf Grimm (dpa)
Main-Echo, 3. 4. 2006

...wissenschaftlich nicht nachweisbar, dass Kinder und Jugendliche mit solchen Killerspielen reale Gewalt übten.
Gibt es bei den Entwicklern und Vertreibern überhaupt keine moralische Hemmschwelle? Unrechtbewusstsein, Verantwortungsgefühl - alles Fremdworte. Kohle, Cash - jetzt und heute. Hinterlassen wird verbrannte Erde in den Köpfen und der Seele der überwiegend jungen Menschen, insbesondere bei denen, die auch Gewalt in der Familie und auf der Straße erfahren. Wurde dieser Zusammenhang eigentlich auch mal von den Medienwissenschaftlern untersucht? Wenn Jugendliche sogar von Wissenschaftlern fast ein Alibi geliefert bekommen um Horror und Porno zu verbreiten, denn hier ist kaum etwas anderes zu sehen, wie in den immer realistischer animierten Videospielen, wie soll dann ein Unrechtsbewusstsein entstehen?
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ceterum censeo



Anmeldedatum: 21.04.2004
Beiträge: 34
Wohnort: Fürstenfeldbruck

BeitragVerfasst am: Do Apr 06, 2006 6:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Pressemitteilung des Kultusministeriums Nr. 101 vom 6.April 2006:

"Wir müssen Kinder und Jugendliche vor diesen Gefahren schützen"

Kultusminister Schneider spricht mit Lehrkräften, Eltern und Schülervertretern der Leonhard-Wagner-Schulen in Schwabmünchen über Erfahrung mit Handynutzungsverbot


MÜNCHEN/SCHWABMÜNCHEN. Über Erfahrungen von drei Schulen in Schwabmünchen im Landkreis Augsburg mit dem Handynutzungsverbot informierte sich heute Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider.

Minister Schneider betonte: "Die Schule ist zum Lernen, auch zur Begegnung zwischen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften da." Um die Kinder und Jugendlichen vor gewaltverherrlichenden und pornographischen Inhalten auf Mobiltelefonen aber auch drohenden Gewaltaktionen im Rahmen des vermeintlichen "happy slapping" zu schützen, habe das Kabinett ein Nutzungsverbot von Mobiltelefonen in Schulen beschlossen. Dieses werde im Erziehungs- und Unterrichtsgesetz verankert. "Wir müssen die Gefahren für Schülerinnen und Schüler durch Inhalte, die ihre Entwicklung schädigen, im schulischen Umfeld reduzieren und möglichst ausschließen, wir müssen sie vor diesen Gefahren schützen."

Die Schulleiterin des Leonhard-Wagner-Gymnasiums erinnerte daran, dass aufgrund eines aktuellen Vorfalls im März 2005 das Nutzungsverbot für Handys, Walkmen und MP3-Player erlassen worden war. Sollten Schülerinnen und Schüler zum Handy greifen, würden Lehrkräfte dieses einziehen. Die Erziehungsberechtigten können es erst nach einem Gespräch mit der Schulleitung wieder abholen.

Die Erfahrungen mit dem Nutzungsverbot – dies bestätigten die Leiter der Haupt-, Realschule und des Gymnasiums übereinstimmend – sind durchaus positiv. Auch Schülersprecherin Annika Schönebeck steht zu dem Nutzungsverbot: "Wenn man in der Schule im Notfall telefonieren kann, dann ist ein weiteres Verwenden des Handys unnötig."
Elternbeirat Robert Vögel: "Es ist beruhigend für uns Eltern, dass an der Schule mit elektronischen Medien kein Unfug betrieben wird."
Siegfried Schneider unterstrich: Es gehe bei dem Kabinettsbeschluss nicht um ein generelles Handyverbot, da den Schülerinnen und Schülern auf dem Schulweg wie auch bei Notfällen eine Möglichkeit offen stehe müsse, sich mit ihren Eltern in Verbindung zu setzen. "Die Lehrkräfte werden auch in der Schule Ausnahmen von dem Handynutzungsverbot machen können." Auch werde die Ausgestaltung der Rechtslage die konkrete Situation vor Ort berücksichtigen.
"Ich bin froh über die Rückendeckung aus München für unsere Maßnahme des Nutzungsverbotes von Handys", begrüßte der Leiter der Leonhard-Wagner-Hauptschule Gerd Königsdorfer, den Kabinettsbeschluss vom Dienstag, ein bayernweites Nutzungsverbot von Mobiltelefonen an Schulen einzuführen.
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Mela



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Beiträge: 552
Wohnort: Nürnberg

BeitragVerfasst am: Fr Apr 07, 2006 2:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Auch MP3-Player sollen an Schulen tabu sein

München (dpa/lby) - Die geplante Ausweitung des Handy- Nutzungsverbots an Bayerns Schulen auch auf Walkman, Discman und MP3- Player ist auf scharfe Kritik gestoßen. Der SPD-Bildungsexperte und Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Pfaffmann sagte am Freitag, der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) habe «wirklich jedes Augenmaß verloren».

Auch der Deutsche Lehrerverband kritisierte das geplante Totalverbot digitaler Medien als reinen Aktionismus des Kultusministers. «Ein MP3-Player ist zwei mal fünf Zentimeter groß», betonte Lehrerverbands-Vorsitzender Josef Kraus und fragte: «Sollen wir demnächst Leibesvisitationen machen oder Metalldetektoren einsetzen?»

Der SPD-Politiker Pfaffmann sagte, Minister Schneider sei offenbar noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. «Musikgeräte und Mobiltelefone sind mittlerweile Gegenstände des alltäglichen Lebens, auch der Schülerinnen und Schüler», betonte Pfaffmann. Die geplanten Verbote seien unrealistisch, unpädagogisch und unsinnig. «Es geht darum, wie man mit diesen Geräten vernünftig umgeht - und das muss Ziel einer pädagogischen Arbeit sein.»

Vorsitzender Kraus vom Lehrerverband sagte dem Bayerischen Rundfunk (BR), während der Unterrichts sei die Benutzung solcher Geräte ohnehin verboten. Außerhalb des Unterrichts wie auf dem Pausenhof, in den Toiletten und in den Gängen sei ein Verbot nicht zu kontrollieren. «Für mich gilt der pädagogische Grundsatz: Wenn ich ein Verbot nicht durchsetzen kann ..., dann sollte ich ein Verbot gar nicht aussprechen - sonst mache ich mich lächerlich», sagte Kraus weiter im Bayern2Radio.

Auch beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) stößt die geplante Ausweitung des Handy-Nutzungsverbots auf scharfe Kritik. «Lehrer sind keine Security-Beamten oder Multimedia-Sheriffs», sagte der BLLV-Vorsitzende Albin Dannhäuser. Die Politik sollte nach seiner Ansicht nicht versuchen, auf alle möglichen Probleme mit Gesetzen zu reagieren. Das sei im Grunde nur ein hilfloser Reflex. Der Umgang mit den digitalen Medien sollte von den Schulen selbst geregelt werden.
Auch der Bayerische Philologenverband zeigte kein Verständnis für das Kultusministerium. Verbandsprecher Hergen Kicker warnte vor einer «Symbolpolitik, die nicht die Ursachen bekämpft».


Artikel vom: 07.04.2006 12:33 Letzte Änderung: 07.04.2006 13:48

(Quelle: www.nuz.de )
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Gast






BeitragVerfasst am: Mo Apr 17, 2006 2:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Aus der Fachzeitschrift:

TELECOM HANDEL, Nr. 8 vom 18.04.2004

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Razzia auf dem Schulhof
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"Schönes neues Bayern: Wenn es nach dem dortigen Kultusministerium geht, gibt es bald nicht nur ein totalitäres, pardon, totales Schulverbot für Handys, Walk- und Discmen. Ein Vorstoß, der das Berufsfeld Lehrer um einige Facetten bereichert: Denn neben Selbstverteidigungs- und Mediationskursen (siehe Roetli-Schule) könnten die Pädagogen gleich eine Fortbildung zum Security-Beamten, Multimedia-Sheriff und Röntgenblick-Experten machen. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser, Totalüberwachung am besten.
Auch eine Feuerwehrschulung wäre angebracht: in den 60ern gab es einen Film namens "Fahrenheit 451", in dem die Feuerwehr nicht mehr zutändig war, Brände zu löschen, sondern zu legen. Dem Feuer zum Opfer fielen damals Bücher, noch keine Mobilfunk- und Musikgeräte. Aber: Bei welcher Temperatur brennen eigentlich Handys?"
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