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Rückschau

 
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Rita



Anmeldedatum: 21.10.2008
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: Fr Jun 13, 2014 4:07 pm    Titel: Rückschau Antworten mit Zitat

Nach längerer „Auszeit“ wollte ich nur mal kurz reinschauen ins g8protest-Forum. Nur bei carl friedrichs Klassik muss bleiben, das die Misere der Kultur insgesamt aufzeigt, gibt es noch etwas Bewegungen im Forum. Trotzdem waren 5 Personen online im Forum.

Dann habe ich angefangen zu lesen. Bei Anarchowortspielerin, dieser prophetisch direkten Persönlichkeit bin ich stecken geblieben. Warum musste gerade sie uns so frühzeitig verlassen? Für sie wäre es als unermüdliche Warnerin sicher keine Freude gewesen, nach 10 Jahren den vorausgesagten Bankrott des G9 miterleben zu müssen. Vielleicht aber wäre sie jetzt inzwischen auch sprachlos geworden im Umfeld eines populistischen Ministerpräsidenten, zu allem Ja und Amen - oder auch umgekehrt sagt, wenn es ihm nur hilft, an der windigen Macht zu bleiben. Zwischendurch sind mir die Tränen gekommen, nicht wegen des G8, sondern wegen der vielen Stunden, die die Einsame für ihre Schüler und auch Kolleginnen und Kollegen verbracht hatte.

Dieses g8Forum ist ein Dokument mit vielen Fassetten, angefangen von Anarchowortspielerins Leidenschaft bis hin zu teilweise erbittertem und an die Grenze des Erlaubten gehenden Protestes gegen ein voraussehbares und unsinniges Ereignis.

Ob es möglich ist, einige oder auch alle Beiträge in ein Buch zusammenzufassen, weiß ich nicht, genau so wenig, ob es ein anderes Forum gibt, das in einem solch langen Zeitraum so engagiert gegen voraussehbaren Fehlweg anarchowortspielerisch gewehrt hat.
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Manfred Moser



Anmeldedatum: 18.03.2004
Beiträge: 1261
Wohnort: Gilching

BeitragVerfasst am: Di Jul 08, 2014 9:21 pm    Titel: Mieses politisches Spiel beim laufenden Volksbegehren Antworten mit Zitat

Im Folgenden ein Leserbrief, den ich an die SZ sandte. Er ist (noch?) nicht veröffentlicht.

Leserbrief zum Artikel „Die Freien Wähler im Halbfinale“ in der SZ vom 3.7.2014, Seite R15 (Bayernteil):



Erbärmliches Schauspiel


Die SPD, die Grünen und der Bayerische Philologenverband liefern in Sachen Rückkehr zu G9 derzeit ein erbärmliches Schauspiel ab. Keiner von ihnen unterstützt offiziell das Volksbegehren der FW, jeder weiß aber angeblich, wie ein besseres G9 (oder G8 ) oder aussehen würde. Alle drei müssen sich jedoch die Frage gefallen lassen, warum sie nicht längst selbst ein Volksbegehren mit ihrem G9-Modell (oder im Fall der Grünen mit einem besseren G8-Modell) gestartet haben. Sie haben sich naiv vom geschickt gesäten Spaltpilz Seehofers anstecken lassen und betreiben nun nolens volens seine Sache: das Volksbegehren der FW scheitern zu lassen, damit der CSU eine Blamage erspart wird, und damit Seehofer in Sachen G8/G9 wieder die volle Regie übernehmen kann. Bleibt nur zu hoffen, dass genügend von den Grausamkeiten des G8 Betroffene dieses politische Schmierentheater durchschauen und die Chance des Volksbegehrens nutzen, dem Spuk baldmöglichst ein Ende zu machen.



Manfred Moser
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Manfred Moser



Anmeldedatum: 18.03.2004
Beiträge: 1261
Wohnort: Gilching

BeitragVerfasst am: Sa Jul 19, 2014 12:05 am    Titel: Warum scheiterte das Volksbegehren? Antworten mit Zitat

Warum scheiterte das Volksbegehren zum G9 – und wie geht´s weiter?

Die Schlacht ums G9 ist geschlagen – und verloren, ganz furchtbar verloren. Mit 2,9 % ist das Volksbegehren mit fast gleicher Prozentzahl gescheitert wie das von 2005. Damals wurde es von engagierten Eltern und Lehrern in Gang gesetzt, diesmal von einer Partei mit mehr finanziellen und logistischen Möglichkeiten. Man kann sich Gedanken machen, worin die Ursachen des Scheiterns liegen – eine Aufzählung:

1)
Die Nichtunterstützung des Bayerischen Philologenverbands – wenn die Fachleute fürs Gymnasium nicht mitmachen, musste der Eindruck entstehen, die von den FW geforderte Reform taugt nichts.
2)
In dieselbe Richtung wirkte die Nichtbeteiligung der Oppositionsparteien Grüne und SPD. Sie kochten ihr bildungspolitisches Süppchen mit „besseren“ Vorschlägen und nahmen damit in Kauf, dass das G8 auf Weiteres bleibt und die CSU die volle Regie über die Zukunft des Gymnasiums behält.
3) Die Fußball-WM, die viel Aufmerksamkeit auf sich zog und das Allzutägliche vergessen ließ – Brot und Spiele dämpfen politisches Engagement, damit haben schon römische Kaiser erfolgreich gearbeitet.
4) Die generelle Trägheit der Wähler bezüglich bildungspolitischer Themen (Immerhin ließen sie sich aber für die Abschaffung der Studiengebühren aktivieren.)
5) Der Konstruktionsfehler des Volksbegehrens: G8 und G9 gleichzeitig an ein- und derselben Schule, was nach dem Text des VB möglich (aber natürlich keineswegs zwingend) gewesen wäre. Die Kritiker bissen sich aber genau daran fest. Richtig ist so viel: Wegen der diversen Zweige und Sprachenfolgen wäre es praktisch unmöglich, ein G8 und ein G9 parallel mit jeweils allen Varianten zu installieren. Andererseits: Was nicht realisierbar ist, wäre auch nicht realisiert worden. Gesetzt den Fall, das Volksbegehren mit anschließendem Volksentscheid wäre erfolgreich gewesen, hätten sich die allermeisten Schulen für G9 pur entschieden – und damit wäre der übernächste gymnasiale Schülerjahrgang (also die Fünftklassler des Jahrgangs 2015/2016) vom G8 weitgehend erlöst gewesen. DIESE Chance wurde vertan – und sie kommt auch nicht wieder, denn nach dem desaströsen Scheitern von 2 Volksbegehren wird es niemand ein drittes Mal versuchen. Es wäre ohnehin erst in drei Jahren rechtlich wieder möglich.

Welchen Anteil die genannten Faktoren jeweils hatten, bleibt ohne repräsentative Befragung Spekulation, ebenso Spekulation bleibt, ob das Volksbegehren unter der positivstmöglichen Annahme (Beteiligung aller Oppositionsparteien und einschlägigen Verbände) Erfolg gehabt hätte. Wie man Beispiel des VB zu den Studiengebühren sieht, wäre der Erfolg aber eher wahrscheinlich gewesen.

Der Bayerische Philologenverband verbreitet jetzt die Hoffnung, dass die Landesregierung, aufgerüttelt von dem VB, sozusagen freiwillig das G9 einführt. Seehofer hat dem schon eine Absage erteilt. Vor dem VB hatte er ja die IIlusion geschürt, der BPV könne ein Modell vorschlagen, das dann von der Regierung mehr oder weniger übernommen wird – und die BPV-Führung ist auf diesen Lockruf reingefallen. Eifrig hat man Arbeitskreise initiiert und mit großem Zeitaufwand an einem „G9 neu“ gebastelt. Nun sieht sich die BPV-Führung als die Gelackmeierten und übt sich in kraftmeiernder Rhetorik. Aus der bpv-Presseerklärung (Internet) vom 15.7.2014:

bpv erteilt weiteren halbherzigen Nachbesserungen am G8 eine klare Absage

Schmidt: Eine gute Zukunftsperspektive gibt es nur mit einem neuen neunjährigen Gymnasium

Die baldige Vorlage einer klaren Konzeption eines zukunftsorientierten Gymnasiums in Bayern, ausgehend von einem neunjährigen Bildungsgang, hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, Max Schmidt, von der Bayerischen Staatsregierung eingefordert. Er warnte gleichzeitig dringend davor, nach dem absehbar klaren Scheitern des Volksbegehrens der Freien Wähler, das auf einen schwer organisierbaren Parallelbetrieb von G8 und G9 gesetzt habe, die Hände in den Schoß zu legen und sich mit halbherzigen weiteren Flexibilisierungs- und Individualisierungslösungen zu begnügen. [….] Wer glaubt, angesichts der breiten Ablehnung in der Bevölkerung gegen die Schulzeitverkürzung und angesichts der Einführung des neunjährigen Gymnasiums in Baden-Württemberg und Hessen mit einem „Weiter so“ durchzukommen, wird sich gründlich täuschen.“
Nach dem Scheitern des Volksbegehrens gebe es, so Schmidt, eine große Chance für eine Konsenslösung zwischen fast allen Parteien und Verbänden für mehr Qualität und Zeit im bayerischen Gymnasium durch ein grundständig neunjähriges Gymnasium mit der Möglichkeit für begabte Schüler, dieses in einem Jahr weniger zu durchlaufen. [ … ]
Abschließend bekräftigte Schmidt die eindeutige Position seines Verbandes: „Wir werden nicht die Hand reichen für Lösungen, die nicht auf einem neunjährigen Gymnasium für die Mehrheit der Schüler beruhen. Da soll sich die Politik keine falschen Vorstellungen machen.“

Tja, was heißt das, wenn der bpv „die Hand nicht reicht“? Klar ist doch, dass die Regierung, bzw. die absolute CSU-Landtagsmehrheit alles per Gesetz durchsetzen kann, was sie in Sachen G8 / G9 möchte. Die Hand des bpv ist dazu nicht erforderlich – abgesehen davon, dass er ohnehin schnell den Schwanz einzieht, wenn die Orders von oben kommen. Die Kehrtwende bei der Einführung des G8 im Jahr 2004 spricht Bände.

Wie wird’s weitergehen?
Es ist von der Überlegung auszugehen, dass einerseits die CSU die generelle Einführung eines 9.Gymnasialjahrs nicht will – vor allem auch, weil sie mehr Geld kosten würde. Man wird also auf eine Billiglösung sinnen, die dem bundesweiten Trend zur Rückkehr nach G9 irgendwie Tribut zollt, so dass man es propagandistisch verwerten kann. Es wird wohl auf eine neue Variante des „Flexijahrs“ hinauslaufen – und die wird unattraktiv genug halten werden, damit nicht durch breite Beanspruchung dessen das G9 durch die Hintertür wiederkommt. Ansonsten wird man halt am G8 weiter herumschrauben wie schon seit 10 Jahren, um damit zu vertuschen, dass die realen Kenntnisse der Abiturienten sich nicht mehr auf G9-Niveau bewegen.
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Manfred Moser



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Beiträge: 1261
Wohnort: Gilching

BeitragVerfasst am: Di Jul 22, 2014 11:44 pm    Titel: KATZENJAMMER NACH DEM VOLKSBEGEHREN Antworten mit Zitat

KATZENJAMMER DES PHILOLOGENVERBANDS


von der bpv-homepage 22.7.14:

NEUN JAHRE FÜR DIE MEHRHEIT!
Neun Jahre für die Mehrheit der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten!

Der Bayerische Philologenverband fordert vor dem zweiten Dialogforum zur Weiterentwicklung des Gymnasiums, dass die Vorstellungen der unmittelbar Betroffenen berücksichtigt werden

„Das bayerische Gymnasium der Zukunft muss von einem prinzipiell neunjährigen Bildungsweg bis zur Hochschulreife her konzipiert werden!“, unterstrich der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands Max Schmidt heute im Vorfeld des zweiten Dialogforums zur Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums. „Alles andere wäre Flickschusterei, für die der Bayerische Philologenverband keinesfalls zu haben sein wird! Die Politik ist gefordert, hier endlich klar Farbe zu bekennen, damit tatsächlich auf der Basis einer entsprechenden Grundsatzentscheidung die konkrete Konzeption eines zukunftsorientierten Gymnasiums in Bayern Gestalt annehmen kann. Wir begrüßen die Fortsetzung des Dialogs, brauchen für diesen aber die richtige Richtung, damit er konstruktiv weitergeführt werden kann. Lediglich mit weiteren halbherzigen Flexibilisierungs- und Individualisierungslösungen ohne eine Grundsatzentscheidung für ein G9 wird an den bayerischen Gymnasien keine Ruhe einkehren, weil Schüler und Eltern ja jetzt schon das bestehende Flexijahr nicht annehmen. Die breite Ablehnung der Schulzeitverkürzung in der Bevölkerung und die Einführung des neunjährigen Gymnasiums in Baden-Württemberg und Hessen verbieten auch in Bayern ein „Weiter so“ und schreien geradezu nach einer Verlässlichkeit garantierenden Richtungsentscheidung! Wir wünschen uns dafür eine breite Konsenslösung zwischen Parteien, Verbänden und den unmittelbar Betroffenen für mehr Qualität und Zeit im bayerischen Gymnasium durch ein grundständig neunjähriges Gymnasium mit der Möglichkeit für begabte Schüler, dieses in einem Jahr weniger zu durchlaufen! Mit dem bpv als Vertretung der Gymnasiallehrerschaft und dem Landesschülerrat als offizieller Vertretung der bayerischen Schülerinnen und Schüler haben die unmittelbar Betroffenen ein eindeutiges Votum für diese Lösung abgegeben. Wem das Gymnasium am Herzen liegt und wer zugleich die quälende Dauerdiskussion um die Schulart zu einem guten Ende bringen will, wird kein Modell installieren, das an den Wünschen der direkt Betroffenen vorbeigeht.“

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Mein Kommentar:
Ja, nach dem gescheiterten Volksbegehren ist der Katzenjammer groß bei denen, die nicht mitgemacht haben, aber dennoch G 9 wollen. SPD-Rinderspacher sprach von einem Imageverlust der bayerischen Opposition - stimmt! - sie hat ihren Folklorecharakter ein weiteres Mal unter Beweis gestellt - und der Philologenverband auch. Nach Eurem feigen Taktieren, alle miteinander, ist der Zug naus, ihr Blümchenopposition und Ikebana-Berufsverband! CSU_Generalsekretär Scheurer feiert auf der CSU-Homepage deftig den Misserfolg des VB. G8 wird bleiben - mit ein paar Trostpflästerchen vielleicht wie mehr Lehrer fürs Flexijahr, das aber ohnehin kaum einen interessiert. Der bpv beklagt auf seiner Homepage außerdem, dass über 50 % der Lehramtsanwärter fürs Gymnasium im Herbst keine Anstellungen finden werden. Da hätte man mit G9 mittelfristig auch Gutes tun können, aber der bpv zog es vor, sich zu zieren, weil das Modell der Freien Wähler nicht auch genau seines war. Kompromissbereitschaft Fehlanzeige. Oh mei!
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