G8-Protest
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"Kommentar von Hartmut Voigt"

DER STANDPUNKT

Erst vor wenigen Wochen erklärte Bayerns Kultusministerin in der Spitzenpolitikern mitunter eigenen Hybris: "Die Diskussion um das G 8 ist beendet." Spätestens seit gestern muss Monika Hohlmeier erkennen, dass die Diskussion jetzt erst recht beginnt.

Die enorme Beteiligung an der Demonstration vor der Lorenzkirche macht deutlich, dass das überhastet beschlossene achtjährige Gymnasium kein Randthema für ein paar Fachverbände ist. In den Klassen- und Lehrerzimmern brodelt es gewaltig. Auch viele Eltern fühlen sich durch die unnötige Hauruck-Entscheidung, schon im Herbst mit G 8 zu beginnen, vor den Kopf gestoßen: Bei den gerade laufenden Vorstellungsrunden der Nürnberger Gymnasien kann man ihnen keine Antwort geben, wie Betreuung und Verköstigung der Gymnasiasten beim künftigen Nachmittagsunterricht des G 8 verbindlich geregelt wird. Oder wie Stundentafeln und Lehrplan aussehen.

Nicht das Modell G 8 (dafür gibt es gute Gründe) sorgt für Ärger, sondern das kopflose, dilettantische Vorgehen der CSU-Bildungspolitiker. Gymnasiasten und Lehrer müssen schließlich die Folgen des ungesunden, übertriebenen Ehrgeizes von Stoiber und Hohlmeier ausbaden. Das Kultusministerium stellt sich derzeit selbst ein ganz schlechtes Zeugnis aus.

HARTMUT VOIGT

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