G8-Protest
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Konfusion um "G8"

Unklarheit herrscht weiterhin in Sachen achtjähriges Gymnasium. Noch gestern hatte Fraktionschef Joachim Herrmann erklärt, es stünde zwar die Grundsatzentscheidung, nicht aber der Termin. "Wir werden sehr schnell ein Signal geben, dass wir starten wollen", formulierte Herrmann - nicht geklärt sei jedoch das "wie, was, wann und wo". In der Nacht dann machte die Fraktion mit nur drei Gegenstimmen den Weg für einen flächendeckenden Start des Projekts im September frei.

Knapp zwei Drittel Gymnasialstoff: frei zum Abschuss

Über das "wie und was" gibt es freilich weiterhin Rätselraten. Noch kurz vor Mitternacht versprach Ministerpräsident Edmund Stoiber ein "exzellentes" neues Gymnasium, das in Deutschland Schule machen werde. Am Vormittag gab Stoiber einen Hinweis, wie er den Qualitätssprung realisieren will: Der Stoff an Bayerns Gymnasien soll um 60 Prozent reduziert werden - laut Stoiber " kein Sparbeitrag, sondern ein Investitionsschwerpunkt für die Bildung".

Wenig später bemühte sich eine CSU-Sprecherin, die entstehende "Unruhe im Klassenzimmer" zu dämpfen: Ein Teil dieser Streichungen sei schon vollzogen worden. In den den vergangenen drei Jahren sei der gymnasiale Lehrplan bereits um 50 Prozent reduziert worden. "Aus 1.600 Seiten Lehrplan wurden 800 Seiten gemacht", so die Sprecherin. Für die Einführung des G8 seien jetzt nochmals Lehrplanstreichungen von zehn Prozent notwendig. Das Problem: In den meisten Fächern - so in Deutsch und Geschichte - liegt der neue Diät-Lehrplan noch in der Schublade. Der Praxis-Test für das "40-Prozent-Gymnasium" steht also noch aus.

Show Down im Februar

Heftige Kritik erntete der neue G8-Zeitplan postwendend von Seiten der SPD. Die Pläne der CSU seien überstürzt und zu wenig durchdacht, erklärte Landtags-Fraktionschef Franz Maget. Es müsse geklärt werden, wie der Lernstoff auf weniger Schuljahre verteilt werde und was mit dem gerade druckfrischen Lehrplan geschehe.

Im Februar soll eine endgültige Entscheidung über die praktische Ausgestaltung getroffen werden. Die CSU lädt alle am Thema interessierten zu einem "offenen Meinungsaustausch" ein. Bisher hatten Lehrerverbände, Schüler- und Elternvereinigungen das Projekt beinahe geschlossen abgelehnt.

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