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Main Echo Aschaffenburg, 22. Januar 2004: "Grundsätzlich richtig, aber schlecht gemanagt"

Grundsätzlich richtig, aber schlecht gemanagt

Rodenstock setzt auf verkürzte Ausbildungszeiten

Würzburg. Als »grundsätzlich richtig«, in der Umsetzung und der öffentlichen Darstellung aber »schlecht gemanagt«, hat der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Randolf Rodenstock, die Planungen des Freistaats zur Verkürzung des bayerischen Gymnasiums auf acht Jahre ab dem kommenden Schuljahr bezeichnet.

Rodenstock im Würzburger Presseclub: »In der freien Wirtschaft hätten wir mit der Planung einer solchen Reform viel früher begonnen, und sie wäre dann auch nach außen besser verkauft worden.«

Vor Vertretern der Würzburger Presse machte sich der vbw-Vorsitzende am Dienstagabend vor allem für eine deutliche Verkürzung der Grundausbildungszeiten in Deutschland stark. Es könne nicht sein, dass Deutschlands Abiturienten die ältesten in Europa seien. Aber auch an den Hochschulen sieht er Reformbedarf: Studenten müssten schneller und kürzer ausgebildet werden, war eine seiner Forderungen.

Rodenstock hält den Lernstoff an den Gymnasien für »überfrachtet«. Hier könne einiges gestrichen werden, um sich gleichzeitig auf anderes zu konzentrieren. Dazu gehört für den Wirtschafts-Präsidenten neben der Vermittlung von Fähigkeiten für das lebenslange Lernen eine verstärkte Förderung von Fähigkeiten und Kompetenzen. »In Zukunft wird das Wissen noch schneller veralten. Deshalb werden die kommenden Generationen mehr Fähigkeiten brauchen, sich neues Wissen anzueignen.«

Neben der »massiven Förderung« von Eliten sei es ebenso wichtig, die Lernschwachen zu unterstützen. Gelinge dies nicht, seien sie die Arbeitslosen von morgen, fürchtet Rodenstock.

Den Schulen will er mehr personelle und finanzielle Autonomie einräumen. »Wir brauchen nicht nur in Bayern einen Wettbewerb der Lerneinrichtungen.« Insgesamt müssten in Deutschland die Ausgaben für die Bildung deutlich erhöht werden.

Rund 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, rechnete Rodenstock vor, müssten für die Bildung und Ausbildung junger Menschen ausgegeben werden. Kommen soll das Geld vor allem durch eine grundlegende Lichtung des Steuer- und Subventionsdschungels: Mit Vereinfachungen und Kürzungen will Rodenstock die Milliarden freischaufeln, die er für eine Bildungsinitiative in Deutschland braucht. gufri

Die Ideen der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft zur Reform des deutschen Bildungswesens können in der Studie »Bildung neu denken! Das Zukunftsprojekt«, Verlag Leske + Budrich 2003 (ISBN 3-8100-4110-6) , nachgelesen werden.

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